Von Indien lernen – ein Projekt zur Herstellung von Dünger nach ayurvedischen Prinzipien

Nicht nur wir Menschen profitieren von den ayurvedischen Regeln, sondern auch Tiere und Pflanzen. Pflanzen sind auch Lebewesen, und sie benötigen eine Kräuterkur genauso wie Tiere und Menschen. Das ist ein nachhaltiger, langanhaltender Prozess, der unsere Gesundheit und die Gesundheit unserer Mitlebewesen stärkt und trägt. Jeder Hobby-Gärtner weiß um die Wachstumskräfte, die in guter Komposterde stecken, über die Blühfreudigkeit von Kübelpflanzen, wenn wir sie regelmäßig düngen und davon, dass Rosen widerstandsfähiger werden, wenn sie mit Brennnesselsud gegossen werden.

Ayur-Veda : die indische Lehre vom Leben. Über 5000 Jahre alt ist diese indische Heilkunde, und sie setzt darauf, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Das funktioniert sehr gut zum Beispiel über Ernährung. Auch in Europa ist ayurvedische Ernährung für Menschen inzwischen nicht mehr unbekannt. Die sechs Geschmacksempfindungen süß, sauer und scharf, salzig, bitter und herb sollen möglichst in jeder Mahlzeit vorkommen und je nach Konstitutionstyp werden Lebensmittel bevorzugt oder eher sparsam verwendet. Die Gewürze – die göttliche Nahrung – fügen den Gerichten noch große Heilwirkungen hinzu. Damit ist die Gesundheitslehre Ayurveda gleichzeitig auch eine hochentwickelte und umfassende Lehre der Pflanzenheilkunde.

Damit die Pflanzen die Nährstoffe bekommen, die sie benötigen, stellt BASIS nachhaltig eigenen Dünger her.

Nachhaltigkeit – ein wichtiges Stichwort. Nein, von dem einem Mal gesund essen oder gesund einkaufen oder gesund entsorgen ist noch lange keine Nachhaltigkeit entstanden. Grundsätzlich benötigt es Generationen, die Erde und die Gesundheit der Lebewesen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Aber wir können durch unsere nachhaltigen Aktionen diesen Weg positiv beeinflussen. Gesunder und nachhaltiger Anbau ist bereits schon im Trend. Viele Menschen haben schon von dem einen oder anderen Projekt gehört wie Permakultur*, Mulchen, Terra Preta**, Agro-Forestry***, Zero-Budget – letztendlich bezieht sich alles auf eines: „zurück in den Boden“. Die Natürlichkeit des Bodens soll so weitgehend wie möglich wiederhergestellt, aufrechterhalten und wiederbelebt werden.

Durch das BASIS BioMix für Ökolandwirtschaft – Project nach ayurvedischen Prinzipien wird ein pflanzenoptimiertes Nährstoffkompaktpaket produziert (angepasst an natürliche Bodenqualität der Urlandschaft), welches die natürliche Zusammensetzung der Erde wiederherstellt und optimiert. Mit diesem Dünger wird der Erde und der Pflanze geholfen, in einem gesunden ph-Bereich zu einem aktiven Nährboden für Mikro- und Makroorganismen, für Flora und Fauna zu gelangen.

Alles was auf biologische Art entsteht oder als Nahrungsmittelüberschuss anfällt, alles wird in diesem BASIS BioMix der Erde zurückgegeben. Die Mischung enthält Fall- und Faulobst und Obstschalen, Kräuter und Pflanzenblätter, Spreu oder Mehl von Hülsenfrüchten, Getreidemehl sowie unbelastete Erde. Ein wichtiger Bestandteil in diesem Biokreislauf ist Tierdung wegen der darin enthaltenen Milchsäure-Bakterien und Tierurin, sofern die Tiere ausschließlich mit natürlichen Produkten gefüttert werden. Asche enthält viele wichtige Mineralstoffe und ist deshalb auch Bestandteil des Mix. Zuckerrohr-Melasse oder Braunzucker dienen als „Treibstoff“ für den Gärprozess.

Jedoch muss die Mischung zerkleinert und in einem Gärungsprozess in verschiedenen Stufen „reifen“, bis der entstehende Sud so aufbereitet ist, dass er als Pflanzennahrung dienen kann. Als Gefäß für die Gärung nutzt BASIS 200 l-große Kanister. Dieses Projekt finanziert der FIH mit 250,-€.

Dieses Nährstoffkompaktpaket wird je nach Bedarf des Pflanzenwachstums 1- bis 2-mal in der Woche auf die Erde oder auf die Pflanze gesprüht. Es eignet sich auch sehr gut zur Ernährung von Pflanzen in Töpfen, wie wir sie z.B. in den hängenden Gärten oder bei der Tropfen– und Dochtbewässerung vorfinden. Der Bio-Dünger enthält viele wertvolle Microorganismen und ist somit in der Lage, den Biokreislauf aktiv zur Entfaltung zu bringen – gleichzeitig bewirkt er eine bessere Abwehrkraft der Pflanzen gegen Schädigungen und kann Krankheitskeime verdrängen.

In der Zukunft sollen nach verschiedenen Gärungskombinationen die optimalen Düngermittel auch im Dorf zur Verfügung gestellt werden. BASIS hat sehr gute Erfahrung damit gemacht, in kurzen Schulungskursen die praktische Umsetzung solcher Projekte für Bio-Bauern und interessierte Menschen der näheren Umgebung weiter zu vermitteln.

(Dochtbewässerung: unten aus den Pflanztöpfen hängen kurze Baumwolldochte heraus, durch die aus dem in den Rohren fließenden Wasser die für die Pflanze notwendige Menge an Flüssigkeit hochgezogen wird.)

 

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

* Permakultur: „dauerhafte Landwirtschaft“ oder „dauerhafte Kultur“ ursprünglich ein nachhaltiges Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau, das darauf basiert, natürliche Ökosysteme und Kreisläufe in der Natur genau zu beobachten und nachzuahmen.Das Konzept entwarf in den 1970er Jahren der Australier Bill Mollison zusammen mit seinem Schüler David Holmgren. Für seine Arbeit erhielt er 1981 den Right Livelihood Award. Permakultur hat sich von einer landwirtschaftlichen Gestaltungsmethode zu einer ökologischen Lebensphilosophie und einer weltweiten Graswurzelbewegung entwickelt. Holmgren beschreibt die Permakultur inzwischen als eine Kultur der nachhaltigen Lebensweise und Landnutzung. In Europa wird Permakultur in privaten Hausgärten ebenso wie auf mittelgroßen Bauernhöfen praktiziert. (aus Wikipedia: Permakultur)

** Terra Preta: Die schwarze Revolution aus dem Regenwald
Ute Scheub, Haiko Pieplow, Hans-Peter Schmidt
oekom verlag, Gesellschaft für ökologische Kommunikation mbH
Waltherstr. 29, D-80337 München
ISBN: 978-3-86581-407-4 19,95 €

*** Agro-Forestry: s. „Agroforstwirtschaft“ in Wikipedia
Agroforstwirtschaft oder Agrarforstwirtschaft bezeichnet ein teils mehrstöckiges landwirtschaftliches Produktionssystem, das Elemente des Ackerbaus mit solchen der Forstwirtschaft kombiniert. Sowohl mehrjährige Bäume wie Obstbäume, Palmengewächse oder Nutzhölzer als auch einjährige landwirtschaftliche Nutzpflanzen werden auf derselben Fläche integriert. Sie sind artenreich, stabilisieren den Wasserhaushalt und schützen den Boden vor Erosion und Degradation. Allerdings ist die Vermarktung der Produkte aufgrund ihrer Vielfalt und der eher geringen Erträge oft schwierig.